Wer hätte gedacht, dass fiktionales Schreiben so schwierig sein würde. Ich habe mich kurz mal daran versucht, einfach weil ich dachte, dass Geschichtenerzählen eine feine Sache wäre. Denkste! Beim Schreiben völlig frei erfundener Geschichten steh ich mir die ganze Zeit selbst im Weg, und zwar, weil ich mir mit dem was ich fabriziere ganz ungeheuer peinlich bin.
Es schleicht sich bei mir ein ähnliches Gefühl ein, wenn ich an Kindheitstage zurückdenke, als wir aus Pappkartons Fernseher ausgeschnitten und unsere eigenen Sendungen moderiert haben oder auch das Gefühl, wenn man alte Kassetten findet, die voll von beknackten Aufnahmen sind, die man selbst als Kind gemacht hat. Diese grenzwertigen Auswüchse kindlichen Kreativschaffens hören sich dann etwa so an: “Hallo. Ich bins wieder meine Damen und Herren. Wenn ich groß bin möchte ich Colt Seavers heiraten. Hihi. Heute liebe Herrschaften hören Sie von uns ein ganz, ganz tollen, neuen Hit – ok? – jetzt – zusammen …” und dann kommt beispielsweise eine Interpretation aus dem Hasselhoffschen Gesamtwerk in Fantasie-Englisch. Man könnte schon darüber lachen, wenn man so was hört. Ich tu’s auch und, wenn jemand fragt, behaupte ich auch, ich fände das selbst total witzig. Aber ganz tief drin bin einfach nur peinlich berührt.
Wie wird man zu jemandem, der kein Problem mit dem eigenen Schaffen hat, sich gerne mal selbst auf die Schulter klopft und sich sagt: “Wieder mal richtig geil abgeliefert!”?

