Archiv-Seite 2

07
Jan
11

Scham oder Charme reloaded

Wer hätte gedacht, dass fiktionales Schreiben so schwierig sein würde. Ich habe mich kurz mal daran versucht, einfach weil ich dachte, dass Geschichtenerzählen eine feine Sache wäre. Denkste! Beim Schreiben völlig frei erfundener Geschichten steh ich mir die ganze Zeit selbst im Weg, und zwar, weil ich mir mit dem was ich fabriziere ganz ungeheuer peinlich bin.

Es schleicht sich bei mir ein ähnliches Gefühl ein, wenn ich an Kindheitstage zurückdenke, als wir aus Pappkartons Fernseher ausgeschnitten und unsere eigenen Sendungen moderiert haben oder auch das Gefühl, wenn man alte Kassetten findet, die voll von beknackten Aufnahmen sind, die man selbst als Kind gemacht hat. Diese grenzwertigen Auswüchse kindlichen Kreativschaffens hören sich dann etwa so an: “Hallo. Ich bins wieder meine Damen und Herren. Wenn ich groß bin möchte ich Colt Seavers heiraten. Hihi. Heute liebe Herrschaften hören Sie von uns ein ganz, ganz tollen, neuen Hit – ok? – jetzt – zusammen …” und dann kommt beispielsweise eine Interpretation aus dem Hasselhoffschen Gesamtwerk in Fantasie-Englisch. Man könnte schon darüber lachen, wenn man so was hört. Ich tu’s auch und, wenn jemand fragt, behaupte ich auch, ich fände das selbst total witzig. Aber ganz tief drin bin einfach nur peinlich berührt.

Wie wird man zu jemandem, der kein Problem mit dem eigenen Schaffen hat, sich gerne mal selbst auf die Schulter klopft und sich sagt: “Wieder mal richtig geil abgeliefert!”?

04
Jan
11

Nachtrag: Vorsatz

Zum Jahreswechsel kann man sich durchaus mal Gedanken über sich selbst machen.

Im Rahmen dieses Unterfangens fiel mir auf – ich bin zeitweise sehr ungnädig. Ungnädig mit dem Verhalten anderer Menschen, mit den Ansichten anderer Menschen, mit deren Ecken und Kanten, aber auch ungnädig mit mir selbst. Das ist wahrlich kein feiner Zug. Diese Ungnade rührt eventuell daher, dass ich manchen Situationen doch eine sehr hohe Toleranzgrenze besitze. Dieses Zuviel an Toleranz was ich dann aufbringe, packe ich an anderer Stelle bei der Ungnade oben drauf. Da trifft’s durchaus mal jemanden, der’s gar nicht verdient hat. Dass ich in einer anderen Situation in der Lage war meinen Unmut wegzulächeln, macht es dann auch nicht besser für denjenigen oder diejenige, die meine Ungnade zu spüren bekommen.

Deshalb mein Vorsatz fürs neue Jahr: An manchen Stellen früher das Maul aufmachen, an anderen lieber mal die Schnauze halten.

Somit hätte ich dann auch noch einen Beitrag in der Kategorie “Bekenntniskultur im Web 2.0″ geleistet. Bleibt nur noch, ein gutes, erfülltes Jahr 2011 (gesprochen: zweitausendelf) zu wünschen. Und wenn der Neujahrsblues vorbei ist, wird’s hier inhaltlich auch wieder spaßiger – versprochen.

30
Dez
10

Tradition trifft Tradition

Ein kleiner Rückblick auf mein ganz persönliches Weihnachten. Das war ja schließlich erst – ist also durchaus unter “aktueller Anlass” zu handeln.

Im mütterlichen Haushalt, den ich zu Weihnachten aufzusuchen pflege, gibt’s seit geraumer Zeit keinen Baum mehr. Der Grund: weil ich schon zu groß bin, wir diesen Schnickschnack nicht mehr brauchen und ein Baum schwieriger zu entsorgen ist als folgende Konstruktion. Ja tatsächlich, es gibt Jahr für Jahr einen Ersatz, der immer neue Variationen erfährt. Denn ganz ohne Nadelbaumstimmung zu Weihnachten geht es auch nicht. Unsere diesjährige Interpretation der Weihnachtsdeko war besonders gelungen. Man könnte von der symbolischen Umsetzung gelebter Integration sprechen: Bayern trifft Christus trifft Orient – quasi.

Auf folgendem Bild zeigt sich ein Strauß aus Nadelbaumzweigen (vermutlich Tanne) – verziert mit hölzernen Girlanden (erworben vermutlich in einer Kaffeeröstereikette) und aufgelockert durch güldene Farbakzente. Die Zweige ruhen in einem – ganz richtig – 2-Liter-Steinkrug, der eigentlich Bier beherbergen sollte. Diesem überdimensionierten Masskrug sind orientalisch anmutende Teelicht-Halter zur Seite gestellt, um an Heiligabend wärmendes Licht zu spenden. Zweckmäßig – schön – besinnlich …

 

20
Dez
10

traumhaft

Kürzlich träumte mir! Ich weiß ja nicht, ob das unbedingt hip und angemessen ist, die eigenen Träume der Weltöffentlichkeit mitzuteilen und tu’s dennoch.

So war ich also friedlich eingeschlummert, da spielte sich in meinem Kopf folgendes ab:

Ich war auf einer Veranstaltung. Es war eine Art Versammlung, die Räumlichkeiten erinnerten an Theorieunterricht in der Fahrschule. Die inhaltliche Ausrichtung hatte offiziell universitären Charakter, allerdings merkte ich schnell, dass hier etwas faul war. Mich beschlich das Gefühl auf einer sektenartigen Versammlung gelandet zu sein. Dies ist allerdings für den weiteren Verlauf der Handlung völlig nebensächlich, denn der eigentliche Plot kommt jetzt.

Neben mir ein bekanntes Gesicht. Es war Wilson Gonzales O. (Name zum Zweck der Unkenntlichmachung von der Autorin abgekürzt).  Jedenfalls kehrte plötzlich Unruhe bei meinem Sitznachbarn ein. Er vermisste sein Haustier, das er zur Veranstaltung mitgebracht hatte – den Auerhahn Paul. Ja, ganz richtig gelesen, Auerhahn Paul war verschwunden. Sein Artgenosse, der andere Auerhahn – Hans – lief noch fröhlich im Unterrichtsraum herum. Sogleich machte ich mich auf dem besorgten Wilson zu helfen, sein Goldstück wieder zu finden. Die restlichen Anwesenden blieben derweil völlig unbeeindruckt von der Tatsache, dass Auerhahn Paul nicht mehr aufzufinden war und fuhren mit dem Tagesgeschäft fort. In der Zwischenzeit war Wilson Gonzales nach Hause gefahren, um nachzusehen, ob sich Auerhahn Paul eventuell dort schon wieder eingefunden hatte. Man kennt das ja von Haustieren, dass sie selbstständig nach Hause finden. Ich suchte weiterhin jeden Winkel des Versammlungsraums ab – mit Erfolg. Auerhahn Paul hatte sich hinter der Tafel versteckt. Gerade als ich Wilson anrufen wollte, um ihm von der großartigen Neuigkeit zu berichten, wachte ich auf.

Freud hätte vermutlich seine helle Freude an mir. Dass das Verstörendste an diesem Traum weder der Sektenbezug noch die Auerhähne waren, versteht sich hoffentlich von selbst. Und wer sich nun fragt, was denn dieser Wilson Gonzales O. in meinem Traum zu suchen hat, der ist wohl ebenso schlau wie ich selbst.

07
Dez
10

Scham oder Charme

Schauplatz Straßenbahnhaltestelle. Es trug sich zu am Dr.-Karl-Renner-Ring, heute vormittag.

Eine Frau am Telefon, am anderen Ende ihre scheinbar schwerhörige Omi.  Die Frau, inmitten der wartenden Öffi-Fahrgäste, stimmt fröhlich, aber vor allem lautstark “Happy Birthday” an.  Dass es die Omi war, die besungen wurde, konnte man der emphatisch vorgetragenen Liedpassage “… liiiiiiiieeebeeeee OOOOOOmiiii …” und dem anschließenden Geschrei “Omi, ich bin’s. Ich bin’s, Omi. Hab’s eh schon probiert bei dir.” entnehmen. Das hat sie gewiss gefreut, die Omi.

Im Zuge dieser Begegnung schoss mir lediglich ein Gedanke durch den Kopf: Die Scham ist ein Hund! Ein bisschen weniger davon, würde mir sicher nicht schaden. Ein bisschen mehr davon, täte dem Einen oder der Anderen bestimmt auch ganz gut. Obwohl – eigentlich anmaßend von mir, denn wär’s nicht eine viel lustigere Welt, wenn uns allen mal grundsätzlich viel weniger peinlich wäre. In diesem Sinne – genant war gestern.

30
Nov
10

vom Örtchen

Gestern durfte ich Teil einer sehr interessanten Unterhaltung sein. Folgender Sachverhalt: Ein Freund ist in ein geschäftliches Bauprojekt involviert. Dieses Bauprojekt wird geleitet von einem Architekten. Dieser Architekt macht, wie es sein Job verlangt, Vorschläge. Diese Vorschläge sehen dann beispielsweise so aus:

Die Ausstattung der Sanitärräume will ja geplant sein. Dazu benötigt man verschiedene Dinge, wie etwa die vom Architekten vorgeschlagene Klobürste, Kostenpunkt 100 Euro oder auch Handtuchspender und Mülleimer zu je 600 Euro.

Das war mir neu. Obwohl ich mich nie eingehender mit der Materie auseinandergesetzt habe, hätte ich nicht gedacht, dass die Preisgrenze für Häusl-Zubehör nach oben derart weit dehnbar ist. Angenommen man würde sich eine Klobürste für besagte 100 Euro zulegen, wie behandelt man diese? Benutzt man sie oft, damit sich die Investition auch lohnt oder hütet man sie wie einen Schatz? Und wenn die Klobürste hundertmal so teuer ist wie eine handelsübliche Zahnbürste, sollte man sie vielleicht zur Mundhygiene verwenden? Wär das Qualitätsding da nicht sinnvoller eingesetzt – im Sinne der Zahngesundheit. Was für die Schüssel gut ist, kann ja für’s Gebiss nicht schlecht sein. Und dann stellt sich weiterhin die Frage, ob wohl die gemeine Besucherin des stillen Örtchens einen größere Genugtuung verspürt, wenn sie ihren benutzten Tampon in einem 600-Euro-Kübel versenken kann?

Fragen über Fragen und ich weiß keine Antworten darauf. Ich werde in mich gehen müssen und verabschiede mich abermals mit dem Versprechen ganz angestrengt darüber nachzudenken.

15
Nov
10

mehr von der Grinsefratze

Ich habe mich noch einmal eingehender mit dem Themenkomplex “Grinsefratze” auseinandergesetzt und bin zu dem Schluss gekommen, dass mich das Thema eventuell deshalb so beschäftigt, weil ich sie selbst oft genug aufsetze, eben jene Grinsefratze. Und zwar tu ich das oftmals, auch wenn mir nicht danach ist, wenn es keinen aber auch wirklich keinen Grund zum Fröhlichsein gibt, einfach weil ich’s kann, weil ich’s gelernt hab und weil ich manchmal höflich sein will.

Aus diesem Verhaltensmuster ergibt sich allerdings, dass sehr viele Leute denken, mir scheine immer die Sonne aus dem Arsch, ich wäre nie schlecht gelaunt und, dass meine Welt mit wohlschmeckendem Puderzucker bestäubt sei. Llladidas Lebenswelt als problemfreie Zone. Meine höchstpersönliche Grinsefratze scheint also authentisch zu wirken. Gut zu wissen. In diesem Sinne: Bitte recht freundlich!

11
Nov
10

von der Grinsefratze

Die liebsten Smilies sind mir die mit einer Schusswunde auf der Stirn (das wär dann Blindenbinde-Klammer-zu).

Ja, über solche oder ähnlich willkürliche Dinge mach ich mir manchmal Gedanken. Ich habe eine latente Aversion gegen Smilies, muss die auch nicht geschickt bekommen und will sie ebenso wenig versenden. Jetzt können gern alle mitlesenden Bekannten und Verwandten meine Mailkorrespondenz der letzten Jahre checken – ihr werdet keine große Ausbeute haben. Diese fiesen gelben Fratzen, wie sie dämlich grinsen, heulen, schreien oder zwinkern sind schlichtweg an der Sache vorbei.

Analog bin ich hingegen jederzeit fürs Schematische zu haben. Ich versehe z. B. gern Geschenke mit meiner ganz persönlichen künstlerischen Note. So wird neben den üblichen Blumen-, Kerzen-, Herzen- oder Sternmotiven auch ganz anderes Kreativpotential freigesetzt. Wenn meine Lieben etwa außerirdische Antennen-Strichfiguren auf ihrem Einwickelpapier finden, ist die Freude groß. Diese meine Kunstwerke mögen auf den ersten Blick anmuten, als suchte ich in der Linienführung junge Volksschultalente zu kopieren, aber doch kann ich versichern, dass in diesen Momenten die Kunst ganz und gar und nur aus mir spricht.

16
Okt
10

Schwarz, Gold … Glitzer?

Ich habe kürzlich Urlaub gemacht und zwar in Berlin. Manch einer mag jetzt vielleicht denken: “Na holla, da bist du ja weit gekommen – Urlaub in der Bundesrepublik.” Aber ich find’s super dort. Ich kann da immer wieder hinfahren – der perfekte Ferienort. Berlin könnte also ohne Zögern mein Jesolo werden.

In meinen Berlinaufenthalt fiel glücklicherweise ein Großereignis, nämlich am Wochenende vom 1. bis zum 3. Oktober. Rund ums Brandenburger Tor war der Trubel groß – Bühnen waren aufgebaut, Bands haben gespielt, Essenstände und Menschen so weit das Auge reichte und auch ein Riesenrad gab’s. Sogar bis in die Dekoration hat sich das Motto der Feierlichkeiten durchgezogen. Manch einer wird sich jetzt denken: “Ich ahne etwas.”

Korrekt! 20 JAHRE BELGISCHE EINHEIT, wie schön …

13
Okt
10

Verbrennungen

Schon mal so heiß geduscht, dass erst im Nachhinein das Ausmaß des Schadens erkennbar wird, den man angerichtet hat? Wenn einem der eigene nackte Körper in einem tiefen Magentaton aus dem Spiegel entgegenleuchtet und einen anschreit: „Geh nachschauen, ob du noch Brandsalbe im Haus hast, du dumme Sau.“

Wenn nicht – wird Dir sicher auch noch mal passieren.




 

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  • die literatursuche geht weiter. noch ein volltreffer #heuteimopac "brutplatzüberwachung mittels webcam" 6 months ago
  • suchbegriff: surveillance. ergebnis unter vielen: "neue methoden der glatteisüberwachung in schweden" danke, das hilft #heuteimopac 6 months ago

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